Drift Bastards RB S13, BUILD-BLOG Part 7

Der finale Zusammenbau – Endspurt!

Der letzte Build-Blog zu unserem S13-Projekt.

Wir befinden uns Anfang 2026, kurz bevor die neue Saison startet. Domenik und Janick haben die frisch lackierte S13 bei R&M Carrosserie in Hochdorf abgeholt und zurück in die Garage nach Berneck transportiert. Jetzt kann der finale Zusammenbau beginnen. Alle Teile sind gefertigt, aufbereitet oder beschafft und müssen nur noch an ihren Platz.

Da die nächsten Termine bereits feststehen, wird die Nacht kurzerhand zum Tag gemacht. Es ist Anfang Februar und der Dyno-Termin bei Helftec ist für Ostern geplant. Allerdings fehlen noch einige Teile, die unseren Saisonstart gehörig ins Wanken bringen könnten. Mitte Mai steht die TuningWorld Bodensee in Friedrichshafen auf dem Programm, an der wir teilnehmen werden. Doch bevor es so weit ist, muss die S13 erst einmal getestet werden!

Also, ran an den Speck!

Die Teile vom Pulverbeschichter konnten endlich abgeholt werden. Rekordverdächtige zwei Wochen hat es gedauert, aus einem Haufen Metall wieder etwas richtig Hübsches zu machen. Wir waren von der hervorragenden Arbeit der Firma, der wir unsere Teile anvertraut haben, absolut begeistert. Alle Gewinde wurden sauber abgeklebt, keine Fischaugen oder sonstigen Lackfehler waren zu finden. Genau so haben wir uns das vorgestellt.

Das Auto steht auf dem Lift und jetzt beginnt der schöne Teil: die Endmontage.

Keine alten, verschmutzten oder öligen Teile mehr. Nur noch frisch aufbereitete Komponenten, die glänzen, als wären sie direkt aus der Verpackung gekommen. Der Traum eines jeden Schraubers, oder?

Als Erstes montierten wir die Teile, an die man später nur noch schwer herankommt. Feuerlöscher, Pedalerie und Kraftstofftank standen ganz oben auf der Liste. Schraubverbindungen, die sich auf keinen Fall losvibrieren dürfen, haben wir mit Loctite gesichert. Für die Nerds unter euch: Loctite 243. Damit hält die Verbindung, lässt sich bei Bedarf aber auch wieder lösen.

Die Stromversorgung übernimmt eine Varley Red Top 40, die hinter dem Beifahrersitz verbaut wird. Schnellmann Rennsportzubehör aus der Schweiz hat uns die Batterie über Nacht zukommen lassen, sodass wir ohne Unterbruch weiterschrauben konnten.

Achsen, Fahrwerk und goldene Parts Shop Max Komponenten

Als Nächstes waren die Achsen an der Reihe. Wir hatten alles vorbereitet und mussten die Komponenten nur noch an den richtigen Stellen verschrauben. Das Gold der Parts-Shop-Max-Komponenten sieht einfach richtig gut aus. Schade nur, dass man den Unterboden und die Fahrwerksteile später kaum noch zu Gesicht bekommt. Das ist eine echte Augenweide!

Da das Fahrwerk noch nicht eingetroffen war, haben wir an der Vorderachse kurzerhand ein Provisorium aus Rohr und Flachstahl geschweisst, um den Achsschenkel in Position zu halten. Lenker und Spurstangen hatten wir bereits auf die ungefähre Länge eingestellt. So müssen wir später auf dem Fahrwerksmessstand nicht unnötig Zeit verbraten.

Auch die Schrauben haben wir komplett ersetzt. Statt der alten Hardware kommen neue Schrauben von SR Autosource aus Grossbritannien zum Einsatz. Sieht halt einfach besser aus, wenn alles neu glänzt.

Ebenfalls montierten wir die Hitzeschutzfolie. Die goldene Folie reflektiert die Wärmestrahlung und hilft dabei, die Hitzeentwicklung im Innenraum zu reduzieren. Gerade bei einem kompromisslos aufgebauten Driftcar ist das ein Detail, das man nicht unterschätzen sollte.

Leitungen abdrücken, bevor es ernst wird

Die Wasser- und Kraftstoffleitungen liessen wir vorerst noch ohne endgültiges Finish. Wir haben sämtliche Komponenten abgedrückt und auf Dichtheit geprüft. Trotzdem wollten wir auf Nummer sicher gehen und erst einmal einige Events fahren, bevor wir die Leitungen endgültig fertigstellen. So können wir sicherstellen, dass keine Nachbesserungen mehr nötig sind.

Zum Abdrücken der Leitungen und Bauteile, durch die Öl, Kühlmittel oder Kraftstoff fliesst, haben wir ein spezielles Fitting-Set in der Schublade. Über einen Reifenfüllanschluss lässt sich damit ganz einfach Druck aufbauen. Anschliessend können wir mit etwas Seifenwasser nach möglichen Lecks suchen. Ein solches Prüf-Set findet ihr beispielsweise bei Summit Racing.

Erst die Details, dann der Motor

Bevor der Motor zurück in den Motorraum kam, haben wir zuerst sämtliche Kleinigkeiten montiert. Das geht deutlich einfacher, solange man noch bequem im Motorraum stehen kann. Kraftstoffdruckregler, Feuerlöschdüsen, Bremsflüssigkeitsbehälter, Catch Can und Sensor-Rail kamen an ihren Platz.

Falls ihr wisst, welchen Vorteil ein Sensor-Rail bietet, schreibt es in die Kommentare! Wir sind gespannt, wer von euch den technischen Hintergrund kennt.

Nach dem Refresh bei Delta Motor AG am schönen Sempachersee war unser RB25 endlich bereit für den Einbau.

Mit den Anbauteilen nahm der RB25 langsam wieder seine endgültige Form an und auch der Motorraum füllte sich. Die ersten Öl- und Kühlmittelleitungen zum Turbolader und Ölfilter konnten wir bereits anfertigen.

Die grosse Lieferung von HEL Performance war allerdings noch unterwegs. Ein Fehler bei der Lieferadresse brachte unseren Zeitplan etwas ins Taumeln. Aber Jammern hilft nichts – wir konzentrierten uns auf das, was wir bereits zusammenschrauben konnten.

Cockpit und Elektronik

Parallel dazu ging es mit dem Innenraum weiter. Das Keypad von Helftec wird zusammen mit dem hauseigenen PDM und der ECU die zentrale Steuerung des Autos übernehmen. Für uns ist es wichtig, dass die Bedienung so simpel und intuitiv wie möglich bleibt. Helftec ist unser Spezialist für Motorsportelektronik und war für dieses Projekt von Anfang an unsere erste Wahl.

Die elektrische Servopumpe und der Accusump wurden in der dafür vorgesehenen Box im Innenraum untergebracht.

Die letzten Kabelbinder am Motor- und Steuergeräte-Kabelbaum wurden gesetzt. Ausserdem wurde eine brandneue Frontscheibe aus Verbundglas eingeklebt.

Der restliche Kabelbaum wird anschliessend von Helftec neu angefertigt. Der alte Chassis-Kabelbaum aus unserer roten S13 liess sich leider nicht übernehmen. Damit steht auch bei der Elektrik ein kompletter Neustart an.

BC Racing: lieber simpel als überfordert

Das BC-Fahrwerk traf rechtzeitig ein, bevor der erste Auswärtstermin anstand. Wir haben uns für die DS-Serie entschieden: einfach aufgebaut, aber trotzdem wirkungsvoll.

Ein 3-Way-Fahrwerk, wie es häufig in höheren Rennklassen eingesetzt wird, verlangt ein umfassendes Verständnis der Fahrwerksmechanik und der richtigen Abstimmung. Wir wollten uns zunächst auf die wichtigeren Baustellen konzentrieren, statt erst zu Fahrwerksingenieuren werden zu müssen, bevor wir das neue Auto überhaupt fahren können.

Erst einmal fahren, Daten sammeln und das Setup verstehen. Danach können wir immer noch tiefer in die Abstimmung einsteigen.

Das neue Livery nimmt Gestalt an

Ab März jagte ein Termin den nächsten. Den Auftakt machte die Frühlingsausstellung unseres Hauptsponsors Caron Fahrzeugtechnik AG. Die DriftBastards waren aber nicht nur vor Ort, um die neuen Autos zu präsentieren. Wir haben gleich die Inhouse-Druckerei von IQ Sport in Beschlag genommen, um Michaels Silvia und die neue S13 während der beiden Ausstellungstage zu folieren.

Das Design für das 2026er-Livery hatten wir bereits im Vorfeld gemeinsam mit dem Grafikdesigner EDC und Janick entwickelt. Viele lange Arbeitsstunden bis tief in die Nacht waren nötig, bis das Design endlich stand.

Mit Unterstützung von Jasmin von IQ Sport konnten wir das Grund-Livery während der Caron-Ausstellung fertig folieren. Kostenloses Bier, Bratwürste und Rennsimulatoren vom Event Seelisberg machten die Arbeit allerdings nicht unbedingt schneller. Die Zeit verging wie im Flug, und die Sponsorensticker müssen wir noch nachliefern.

Die ersten aufgebrachten Elemente lassen aber bereits erahnen, wie gut die Beklebung auf dem fertigen Auto aussehen wird.

Die harte Arbeit der letzten Wochen hat sich definitiv gelohnt. Das fertige Livery ist richtig geil geworden. Wir können es kaum erwarten, mit zwei optisch identischen Autos in die Saison zu starten.

Danke an EDC und Caron/IQ Sport für eure Unterstützung!

Staubli Customs: Vollgas bis zum Schluss

Wir gaben weiterhin Vollgas und hielten auch den Termin bei Staubli Customs ein.

Direkt nach der Caron-Ausstellung luden wir das Auto bei Rafael ab. Die komplette Auspuffanlage musste noch angefertigt werden. Rafael hatte bereits einen grossen Teil vorbereitet und bekam ab Freitag Unterstützung von Janick.

Die gesamte Anlage wurde von Rafael individuell auf Mass gefertigt. Hier musste der Profi ran – und was er abgeliefert hat, ist echtes Handwerk auf höchstem Niveau.

Zwei Nachtschichten später war die Auspuffanlage fertig. Zusätzlich zum Endschalldämpfer gibt es eine Short Tip, die direkt am Differenzial endet. Damit haben wir auch die Option auf die allseits beliebte Straight Pipe mit über 100 dB.

Funk Motorsport lieferte eine neue Turbo-Windel und Hitzeschutzband. Der Apexi-Luftfilter, der bei Staubli im Regal lag, passte wie angegossen. Und auch ein paar kleine Akzente durften nicht fehlen: Edelstahlplaketten von Staubli Customs runden das Ganze ab.

HEL Performance: Fittings und Leitungen auf den letzten Drücker

Die Fittings von HEL Performance trafen gerade noch rechtzeitig ein. Das komplette Leitungssystem wurde über den HEL-Performance-Vertreter KAIDO Autosport geliefert. Von Dash-3-Bremsleitungen bis hin zu Dash-16-Kühlmittelleitungen war alles dabei.

Für die Kraftstoffleitungen setzten wir auf Teflonleitungen, da diese mit Kraftstoffen wie E85 besser kompatibel sind. Wir bauten sämtliche Leitungen direkt zusammen und prüften sie anschliessend auf Dichtheit.

Die Bremsleitungen mussten nur noch verlegt werden. Markus hatte sie exakt nach unseren gewünschten Massen anfertigen lassen. Das Ergebnis? Sauber verlegt, passgenau und richtig clean!

Kühler-Luftführung: Frischluft statt Reifennebel

Eine Luftführung für den Kühler musste ebenfalls noch aus Aluminiumblech gefertigt werden. Die gezielte Ansaugung von Frischluft über die Heckscheibe soll die Kühlleistung deutlich verbessern. Gleichzeitig verhindern wir damit, dass der Kühler bereits erwärmte und stark mit Gummiabrieb belastete Luft aus dem hinteren Fahrzeugbereich ansaugt.

Das Ganze ist nicht nur technisch sinnvoll, sondern auch eine saubere Lösung. Eine Trennscheibe verhindert zusätzlich, dass Reifennebel in den Fahrerraum eindringt. Eine solche Abtrennung ist auch in vielen Drift-Meisterschaften vorgeschrieben.

Natürlich darf ein bisschen Drama nicht fehlen

Zum Schluss gab es doch noch etwas Drama. Wäre ja auch zu einfach gewesen!

Wir bemerkten, dass wir vergessen hatten, den Kühler auf Dichtheit zu prüfen. Und natürlich hatte sich an einer Schweissnaht ein kleines Leck versteckt, das uns bisher durchgerutscht war.

Der Termin für den Dyno und den neuen Kabelbaum stand nur noch wenige Tage bevor. Also musste das komplette Kühlerpaket wieder raus und zurück zu Staubli Customs.

Direkt nach Feierabend fuhr Janick zu Rafael nach Bremgarten, um den Kühler reparieren zu lassen. Als Janick anschliessend wieder in der Garage zu Hause war und den Kühler fertig eingebaut hatte, konnte er eigentlich direkt wieder zur Arbeit fahren.

Full Send – Schlaf wird überbewertet!

Danke Rafi :-*

Das grosse Finale steht noch bevor

Damit endet der vorletzte Build-Blog zu unserer S13. Für euch gibt es aber noch einen achten und letzten Teil. Dann geht es endlich ans Eingemachte: auf den Prüfstand bei Helftec Engineering und anschliessend zum Testen auf die ersten Drift-Events.

Seid gespannt, was da noch alles abgegangen ist. Eines kann ich euch jetzt schon verraten: Das Drama mit den Kinderkrankheiten ist noch lange nicht überstanden.

Lasst uns in den Kommentaren wissen, was euch an diesem Build-Blog besonders gut gefallen hat und was ihr im nächsten Teil gerne noch sehen möchtet.

Nun dann, wir sehen uns im Blog #8.

Editor: Janick Sieber

Zeitraum der Aufnahemen: Ca. Oktober bis Januar 202572026

Quellen; Driftbastards Media Crew, Janick Sieber, Domenik Sieber, @domsabastard, R&M Carrossierie, Staubli Customs

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